Kosten und ökologische Kosten


Sparlampen sind bekannt geworden als energiesparsam und die ökologisch vernünftigere Lösung gegenüber Glühlampen, schließlich werden bei Glühlampen nur 5% der elektrischen Energie in sichtbares Licht umgesetzt. Den guten Ruf haben Sparlampen der öffentlichen Berichterstattung und der Eigendarstellung durch die Hersteller zu verdanken. Es passt auch gut in plausible Überlegungen: weniger Watt, weniger Stromverbrauch, entsprechende Daten stehen auf der Packung. Wie sparsam und ökologisch sind Sparlampen denn wirklich? Nach einem Bericht von Ökotest im September 2008 ist darüber eine scharfe Debatte entstanden.

Im Pressespiegel sind einige Stationen davon festgehalten.

Zum Kostenvergleich sind folgende Punkte pro Glühlampe festzuhalten.

  • Gleiches mit gleichem vergleichen: die Sparlampe sollte das gleiche Licht geben wie die entsprechend verglichene Glühlampe - das geht schon mal gar nicht, siehe Farbfrequenzen.
  • Je besser die Farbwiedergabe, desto schlechter die Lichtausbeute. Der Zusammenhang ist aus den Lichtplanungsdaten der Leuchtenhersteller zu entnehmen. Bei besserer Lichtqualität muss man entsprechend mehr Leuchten oder Watt einsetzen.


Der Vorsprung der Energie-Ersparnis verringert sich durch bessere Farbwiedergabe deutlich. Die Farbwiedergabe-Qualität bei Entladungslampen wird klassifiziert in 1B für "gute" und 1A für "sehr gute" Qualität. Die 3-stelligen Kennziffern auf den Entladungslampen haben an 1. Stelle eine 8 für 1B und eine 9 für 1A. Die beiden folgenden Ziffern stehen für die Lichttemperatur (Farbe).

Beispiele:
bei einer 18 Watt Kompaktleuchtstofflampe mit Kennziffer 827 ist der Quotient Lumen/Watt 66,6
bei einer 18 Watt Kompaktleuchtstofflampe mit Kennziffer 930 ist er 41,6 - also nur noch 2/3 der Ausbeute.
Richtig: die alte 60 Watt Glühlampe kommt nur auf 11,8.
Halogenlampen der neueren Qualität erreichen immerhin 25,7

  • Der Lichtschalter wäre das beste Mittel zum Energie sparen.
  • Das Argument der längeren Lebensdauer: bei vielen der von Ökotest getesteten Sparlampen wurde die zugesicherte Lebensdauer nicht erreicht. Faktoren wie häufiges Ein- und Ausschalten verkürzen bei den meisten getesteten Sparlampen die Lebensdauer.
  • Zu den Ökologischen Kosten gehören alle Kosten: Herstellungskosten samt Umweltbelastung, Verbrauchskosten und Kosten der Entsorgung. Sind schon die Herstellungskosten höher als bei der Glühlampe, so sind sie auch noch schwer zu recherchieren, weil Angaben dazu fehlen.
  • Die Kosten der Entsorgung sind in vielen Vergleichen nicht berücksichtigt. Dies wiegt um so schwerer, als Sparlampen deutlich mehr problematische bis giftige Stoffe enthalten als Glühlampen.
  • Sollten vielleicht die Kosten verringerter Leistungsfähigkeit und von Krankheiten in die Vergleichsrechnung einbezogen werden? Noch ist noch nicht einmal der Zusammenhang anerkannt.

Unter Umwelt-Gesichtspunkten ist jede Möglichkeit zum Energiesparen zu bedenken. Mit Sparlampen im häuslichen Bereich ist sicher auch Energie zu sparen. Aber wie groß ist der Effekt? Gerade mal 1,5% der Energiekosten eines privaten Haushalts entfallen auf die Beleuchtung. Dazu fällt mir wieder die Diskussion um des Deutschen liebstes Kind ein: bei Autos wäre deutlich mehr Sparpotezial - aber der 3-Liter Motor wird so schnell nicht kommen, und selbst das Tempolimit wurde bisher in Deutschland erfolgreich verhindert.
Warum wird gerade die Glühlampe verboten?

Die Umstellung der Leuchtmittel erfordert in vielen Fällen neue Leuchten, weil die Sparlampen mit den Glühlampen nicht kompatibel sind. Das betrifft

  • die technische Umgebung: Dimmer für Glühlampen passen nicht zu Sparlampen und müssten ausgetauscht werden
  • den Leuchtenaufbau: die Abstrahl-Charakteristik von Sparlampen entspricht nicht der von Glühlampen. Reflektoren lenken das Licht nicht mehr wie geplant.
  • die Ästhetik: Schirme sehen wegen der Lichtzusammensetzung der Sparlampe nicht mehr gut aus.

Damit sind wir schon beim nächsten Kritikpunkt angekommen, bei der Ästhetik.