Blauanteil in LED-Lichtquellen

Weiße LED basieren auf der Emission von blauem Licht, das (meist mittels Phosphor) mit einem Gelbfilter in weißes Licht umgefärbt wird. Der Blau-Anteil im Farbspektrum bleibt erhalten.


Blaues Licht ist - aufgrund der kleineren Wellenlänge - energiereicher als anders farbiges Licht. Das gilt auch für das Tageslicht: das Mittagslicht mit seinem hohen Blau-Anteil ist enrgiereicher als Morgen- oder Abendlicht. Vor allem in offenen Szenen, am Meer oder im Schnee, auch in der Höhe, ist es geboten, die Augen mit Sonnenbrille oder Gelbfilterbrille zu schützen. Bekannt sind die Schäden durch UV-Licht. Aber auch der Anteil von blauem Licht ist schädlich für die Augen.


Blaues Licht wirkt auf mehrfache Weise auf den Körper:

1. Schädigung der Netzhaut durch das energiereiche Blau; dadurch wird die altersbedingte Makulöa-Degeneration gefördert, die letztlich zur Erblindung führt.

2. Blaues Licht fördert beim Sehen eine Unschärfe. Wieder ist die kürzere Wellenlänge von blauem Licht der Grund: Jede Linse bricht das Licht, je kürzer die Wellenlänge, desto stärker. Das hat zur Folge, dass der Brennpunkt für blaues Licht vor dem Brennpunkt von etwa rotem Licht liegt. Für das Sehen bedeutet dies: die Strahlen von Blaulicht treffen vor der Netzhaut auf ihren Brennpunkt, bis zur Netzhaut streuen sie wieder auseinander. Die Linse richtet sich mit ihrer Scharfstellung nach den meisten Farben, also rot, grün und gelb, die auf der Netzhaut ihren Brennpunkt bilden. Piloten tragen aus diesem Grund gelbe Brillen.

3. Blaues Licht wirkt auf das Hormon Melatonin, welches den Schlaf-Wach-Rhythmus, also unsere innere Uhr, steuert. Das Tageslicht mit hohem Blau-Anteil wirkt anregend auf den Körper. Kommt blaues Licht zur falschen Zeit, abends oder nachts, wird die innere Uhr gestört. Es ist schwerer, einzuschlafen. Eine Reihe von Krankheitsbildern werden durch eine falsche Eistellung der Inneren Uhr begünstigt, so z.B. Depressionen und Herzinfarkt.


Durch das Glühlampenverbot werden wir permanent gesundheitsgefährdendem Licht ausgesetzt: am Arbeitsplatz, zu Hause, am Bildschirm, vor dem Fernseher, beim Blick aufs Smartphone. Eigentlich sollten wir ständig Gelbfilterbrillen tragen. Eigentlich sollte uns unsere Regierung vor unnötigen Gefahren schützen, statt uns durch Gesetze in Gefahr zu bringen.


Auf der Website ledsmagazine.com ist ein Interview wiedergegeben, das Wissenschaftler zur Gefahr durch blaues Licht befragt. http://www.ledsmagazine.com/articles/print/volume-12/issue-4/features/q-a/questions-abound-about-whether-a-blue-light-hazard-exists.html

Natürlich wird das Problem verharmlost. Aber immerhin werden offizielle Studien angesprochen, die die Reaktion von Retina-Zellen auf blaues, grünes und rotes Licht untersuchen. Sehr spezielle Sprache, aber immerhin, es gibt sie. Sie befassen sich mit

- Blue LED light exposure develops intracellular reactive oxygen species, lipid peroxidation, and subsequent cellular injuries in cultured bovine retinal pigment epithelial cells.

- Light might directly affect retinal ganglion cell mitochondria to potentially influence function.

- Effects of light-emitting diode radiations on human retinal pigment epithelial cells in vitro.

Siehe auch (zitiert in PubMed)

- A hypothesis to suggest that light is a risk factor in glaucoma and the mitochondrial optic neuropathies.


Hier die Links zu den Publikationen:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23898883
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22989198
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22364266


weiter:

- Robert J. Lucas, e.a., Measuring and using light in the melaopsin age, http://jdc.jefferson.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1066&context=neurologyfp

- K.A.G. Smet, e.a., A memory colour quality metric for white light sources, http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378778812000837