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Artikel in der Süddeutschen Zeitung über die Galerie und den Galeristen

SZ vom 12.8.2000            

 

Süddeutsche Zeitung, Starnberger Neueste Nachrichten
12. August 2000


Konkurrenz belebt auch dieses Geschäft

Galerien und ihre Zukunft:
Peter Pich bleibt seiner Passion auch in Pasing treu

Pasing/Krailling  "Ich habe jetzt Räume gefunden, wo ich weitermachen kann, es ist nicht so idyllisch, dafür ist es zentraler", sagt Peter Pich. Sechs Jahre hatte er seine Galerie in den Räumen der ehemaligen Kegelbahn der Gaststätte im alten Schwimmbad an der Würm in Krailling. Im Mai diesen Jahres fand die letzte Ausstellung statt, danach verabschiedete sich Peter Pich sang- und klanglos. Eigentlich seien es private Gründe, die ihn dazu bewogen hätten, die Galerie in Krailling zu schließen, erläutert Pich. Ausschlaggebend sei letztlich die Angst vor einem erneuten Hochwasser gewesen, da die Galerie in einer Flutmulde liegt. Im Jahr zuvor sei das Wasser schon einmal fast bis in die Galerieräume eingedrungen.

Ursprünglich wollte er im Würmtal bleiben, aber jetzt hat er eine neue Bleibe in Pasing gefunden, die im Moment noch renoviert wird. Außerdem hat er dort genug Platz, um seine Werkstatt für Lichtgestaltung unterzubringen. "Ich bin mit der Galerie finanziell unabhängig vom Verkauf, weil ich durch die Werkstatt die Kosten tragen kann", erklärt Peter Pich, "vom Galerieumsatz allein, der sich nach dem Geschmack einer fiktiven Kundschaft richtet, möchte ich nicht leben müssen."

Peter Pich hat sich oft überlegt, ganz aufzuhören als Galerist, aber sobald er das nur denkt, bekommt er Entzugserscheinungen, wie er lachend meint. Sein Anliegen ist es, Künstler in der Öffentlichkeit zu präsentieren, die auf ihre Arbeit und nicht auf den Markt konzentriert sind. In diesem Sinne möchte er schon der traditionellen Rolle des Galeristen als Mäzen gerecht werden. Pich möchte seine Galerie nicht nach ökonomischen, sondern nach künstlerischen Kriterien führen, "oder ganz trivial gesagt: nach meinem Geschmack" Seine Werkstatt garantiert ihm diese Unabhängigkeit.

Der Trend zu großen Events und Veranstaltungen sei eindeutig, aber als kleine Galerie könne man dagegen nicht ernsthaft konkurrieren. Die Ateliertage empfindet Pich nicht als schädliche Konkurrenz für die Galerien. Er sieht das nach dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft, je mehr Kunst gezeigt wird, umso größer wird das Interesse, und der Blick für die Kunst wird geschult. Außerdem müsse eine Galerie nicht Künstler aus der Nach-barschaft präsentieren, die sich selber ausstellen können. Pich will weiterhin seinem Konzept treu bleiben und Unbekanntes und Avantgardistisches an die Öffentlichkeit bringen. "Die Galerie ist für mich eine Passion", meint der sympathische Fünfziger.

Für Ende September hat Peter Pich in seiner neuen Galerie an der Bodensee- straße die erste Vernissage geplant.

NIKE SAUERWALD

Peter Pich eröffnete 1994 seine Galerie mit Werkstatt in Krailling mit einer Performance der Künstlerin Juliane Stiegele und der Flötistin Irmela Nolte rund um das Thema Luft. Mit insgesamt 20 Ausstellungen, Performances und einer Reihe von Sommerfesten bespielte Pich seine Galerieräume und den angren-zenden Park ähnlichen Garten. Die Präsentation avantgardistischer Kunstformen, vor allem auch in Kombination mit zeitgenössischer Musik, waren Thema der Ausstellungen. Moderne Kompositionen von Christoph Reiser, Cornelius Hirsch, John Cage und Steve Reich wurden von der Avant-gardegruppe der Universität München aufgeführt. Eine Musikperformance von Roland Shalamberidse und Carlo Mombelli stand ebenso auf dem Programm wie der Farbfluss-Versuch von Gert Vangermain, einer Reflexion über das Wasser.

Künstler wie Peter Schwenk, Bruno Kuhlmann, Edgar Kappen aus Berlin, Dorothea Reese-Heim, Agnes Auffinger, Ivan Seiko und Gerd Jäger stellten aus. Es gab gemeinsame Projekte und Vernissagen mit der Gemeinde Krailling und mit den damals noch existierenden Galerien von Alice v. Toerring in Seefeld, Christine Helmerich in Germering, und Dagmar Behringer in Gauting.

NIKE SAUERWALD

 






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