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Brigitte Schneidenbach-Berand, Jahrgang 49, geboren und aufgewachsen in Berlin, ist seit 1977 als freischaffende Malerin tätig und lebt in Oberbayern. Mitglied VG Bild-Kunst
Ihr Studium der freien Malerei und Grafik an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Frankfurt (Städelschule) bei Professor Johannes Schreiter 1974 - 77 gab ihr vor allem eine solide handwerkliche Grundlage, die ihr nun das virtuose Spiel in ihren Farbschichtungen erlaubt, bei denen das Material und seine Eigenschaften im Vordergrund stehen.
Aus Pigmenten und Bindemitteln rührt sie Farben an, trägt diese in Schichten auf Büttenpapier und Leinwand auf und bearbeitet die diversen Schichten schließlich mechanisch. Mittels Schleiftechnik legt sie einzelne Farbzonen frei und läßt die verschiedenen Aufstriche zu abstrakten Kompositionen verschmelzen.
Roter Faden in den Arbeiten von Brigitte Schneidenbach-Berand ist das Interesse an Alterungsprozessen, an der Ästhetik des Verfalls. Dieses Thema setzt sie auf sehr unmittelbare Art in ihren Bildern um.
Hier wird Farbe nicht im herkömmlichen zweidimensionalen Verfahren eingesetzt. Der vielschichtige, genau kalkulierte Farbauftrag schafft zerklüftete Bildlandschaften. Schollenartig bricht die Farbe auf, Risse zergliedern einheitliche Formen in Parzellen, Verästelungen ordnen sich nach geheimnisvollen Gesetzen zu scheinbar geometrischen Mustern, zu Skeletten, Netzen, Kapillarsystemen.
Es ist die Ähnlichkeit mit natürlichen Strukturen, die die Arbeiten von Brigitte Schneidenbach-Berand trotz ihrer Ungegenständlichkeit vertaut wirken läßt, die Ähnlichkeit mit Leder, Rinde, mit ausgetrocknetem Erdboden oder oxydiertem Metall.
Mit ihren Werken weckt sie beim Betrachter den Sinn für den ästhetischen und gedanklichen Reiz von Alterungsprozessen, für die Würde und Schönheit des durch Gebrauch Abgenutzten, scheinbar Wertlosen.
Die Ästhetik des Alterns und des Verfalls setzt Brigitte Schneidenbach-Berand in sehr ruhigen Kompositionen in Szene. Formale Aspekte wie Horizont, Rahmen, Durchbruch, Mehrschichtigkeit, werden immer wieder aufgeriffen, verarbeitet und weiterentwickelt. Sie geben dem Zerbrechlichen und Vergänglichen der natürlichen Strukturen den Halt und die Ruhe eines Mandala. Der Betrachter kann sich in die Betrachtung versenken.
Eine Auswahl von Einzelausstellungen:
Galerie Artis Frankfurt
Galerie Altbau Irsee
Galerie Pich München
Galerie Strobl München
Galerie C.C.Paul München
Kunstverein Pfaffenwinkel Murnau
Forum-Galerie Murnau
Galerie Scala Karlsruhe
Galerie Pich Krailling
Galerie i. d. Prannerstaße München
Galerie Burger, München
sowie Beteiligung an diversen Gruppenausstellungen u.v.a.m.
Was der Künstler wirklich denkt...
Seit etwa 30 Jahren und völlig unbeeindruckt vom jeweiligen mainstream oder periodisch auftretenden Retro-Bewegungen in der Malerei beschäftigt mich das Aufzeigen von Verfallserscheinungen, Alterungsprozessen und deren Konsequenz. Dabei habe ich das Gefühl, etwas Gutes zu tun: ich unterstütze die Wahrnehmung der Vergänglichkeit. Die existiert nun mal, wird gern verdrängt, es sei denn, das Morbide liegt gerade im Trend und ist in den dekorativen Bereich eingedrungen. Ein bildender Künstler ist aber kein Dekorateur, sondern will sein Thema gründlich durchziehen. Mein Thema: Kein ewiges Wachstum möglich, kein ewiges Leben nötig. Beruht auf meinem schlichten Weltbild und reicht aus, das Arbeiten auch über längere Strecken interessant zu gestalten.
So etwas kann man nur verkaufen, wenn man es in eine ruhige Form kleidet. Also keine großen Gesten, höchstens ein zart-ironischer Unterton. Morsche Partien, alle der Zukunft, nämlich dem Nichts zugewandt. Das Nichts mag ich sehr gern. Japaner merken sofort, was ich meine.
Doch hierzulande ist das Nichts verdächtig. Man will mehr für sein Geld. In Gesprächen mit Rezipienten erfahre ich, welch Vielfalt von Existenzformen im Jenseits es gibt. Nach dem real existierenden, aber noch immer tabuisierten Tode tut sich da für jeden ein individueller Notausgang auf. Da nimmt man jetzt schon mal Anlauf, um hindurchzupurzeln und angenehm transformiert wiederum in Erscheinung zu treten: Als Seele mit oder ohne Körperanhang, nützlicher Humus, geistig-planktonische Partikelchen, kosmischer Staub. Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Alle natürlich, manche waren sogar früher schon mal da, Männer meistens, allerdings in gehobener Position und nehmen nur jetzt gerade eine Auszeit als gemeiner Bürger und Steuerzahler, aber das nächste Mal, da hauen sie wieder auf die Kacke als König! Wer will schon Nichts werden? Welche Verschwendung! Dieses Potential an Phantasie ließe sich effektiv im Diesseits verwenden, hier spielt die Musik. Es gibt ein Leben vor dem Tod!
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