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Zukunftshonig

Künstlerische Intervention von Peter Pich zum Bienensterben

im Rahmen der Ausstellung "Angerichtet"

vom 15. Juni bis 11. Juli 2015 im Temporären Kunstsalon 5
Josef-Jägerhuber-Str. 5, Starnberg

Vernissage am Sonntag, 14. Juni 2015 um 18 Uhr.



Essen

ist eine höchst private und politische Aktivität. Politisch nicht im Sinne von Parteipolitik, sondern von verantwortungsvollem Handeln.

Wir wissen, alles hängt mit allem zusammen. Wie sollte das Essen nicht Auswirkungen auf alles andere haben?

Nehmen wir an, jemand macht sich Gedanken, wie er die Welt besser machen kann. Beim Essen ist das sehr einfach.

Was allein diese drei Regeln Positives bewirken: Regionale Kreisläufe und Kleinstrukturen fördern, lange Transportwege vermeiden, gesund leben, gesunde Umgebung fördern, Artenvielfalt, Heimat erhalten. Genuss durch bewusstes Schmecken erhöhen.

Es hat keinen Sinn, vor der unendlich großen Verantwortung für die ganze Welt zu verzagen. Jeder macht das, was ihm am nächsten liegt. Altes chinesisches Sprichwort:

Man kann auch einen Elefanten essen. Man muss ihn nur in Scheiben schneiden.

Der französischen Philosophen Emmanuel Levinas hat eine einfache, aber wirksame Leitlinie für ein verantwortungsbewusstes Leben formuliert.

Mir kann es nur gut gehen, wenn es auch meinem Nächsten gut geht

Wenn ich mein Essen an dieser Leitlinie prüfe, sehe ich, was noch fehlt, damit alle von meinen hehren Vorsätzen etwas haben, und da wird es wirtschafts- und weltpolitisch:

Feed the World

ist ein Slogan der UNO zur Sicherung der Welternährung. Die Agro- und Chemoindustrie und deren Wissenschaftler verstehen das so, dass größere Strukturen und mehr Gift die Erträge steigern und so die Weltbevölkerung retten.

Wir wissen es besser. Andere Wissenschaftler dokumentieren die Schäden, die unser überlegenes Wirtschaftssystem anrichtet: Verschuldung, Vertreibung, Monokulturen, Handelsverträge (TTIP lässt grüßen), Hungersnot.

Die Rezepte der Wirtschaft zur Ernährung der Menschheit zerstören weltweit die Jahrhunderte alten landwirtschaftlich-gesellschaftlichen Strukturen, in denen Menschen bescheiden, aber nachhaltig und vor allem autark sich ernähren konnten.

Die Zerstörung erreicht auch uns - sie beschränkt sich nicht auf die Entwicklungsländer:

Das Ernährungsproblem ist in 1. Linie ein Verteilungsproblem.

Die natürlichen Ressourcen reichen für alle. Wenn alle so gut leben sollen wie ich, muss ich mich dafür einsetzen, dass überall regionale Kreisläufe möglich sind und Handel zu fairen Bedingungen abläuft. Es gibt die positiven Beispiele: die Bewegung Buen Vivir in Südamerika, Slow Food aus Italien, Fair Trade und Unser Land Produkte bei uns in den Läden.

Nun zu den Bienen, die uns die Vernetzung aller Probleme vor Augen führen.

Bienensterben

Bienen spielen eine wichtige Rolle im Gleichgewicht der Naturkräfte. Sie werden zum Opfer des mechanistischen Weltbildes, des Raubbaus an natürlichen Ressourcen. Das Bienensterben bedroht auch unser Überleben – genau wie steigende Temperaturen, auslaufende Bodenschätze, abgeholzte Regenwälder, … Bienen bestäuben die Pflanzen, von denen wir leben.
Honig kann man importieren, Bestäubung nicht!

Über die Gründe des Bienensterbens gibt es viele Mutmaßungen. Wahrscheinlich führt das Zusammenwirken mehrerer schädlicher Faktoren zu ihrem massenhaften Tod.

Mögliche menschengemachte Gründe sind

Was können WIR tun?

Politisch:

Im Alltag: (was gar nicht unpolitisch ist)

So helfen wir nicht nur den Bienen, sondern auch uns selbst.

Das Projekt Zukunftshonig

Kunst reagiert auf ästhetische, gesellschaftliche, zwischenmenschliche Fragen, Spannungen und Veränderungen. Die künstlerische Intervention „Zukunftshonig“ stellt die ökologischen, ökonomischen, ethischen, kulturellen und politischen Aspekte des Themas Bienensterben in einen Handlungszusammenhang mit unserer Ernährung.

Der hier angebotene Zukunftshonig kostet ein Vielfaches vom jetzigen normalen Preis. Er ist Ausdruck einer künftigen Verknappung des Honigs, die eintritt, wenn wir dem Bienensterben tatenlos zusehen.

Die Aktion Zukunftshonig ist durch die freundliche und engagierte Arbeit des Starnberger Bio-Imkers Hubert Dietrich möglich geworden, dem ich dafür sehr herzlich danke.

Das überschüssige Geld bekommt die Starnberger Tafel. Sie können unbesorgt kaufen, Sie bewirken nur Gutes.

Peter Pich

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